Die Geschichte der Ortsgruppe

Ende 1945 – nach Beendigung des 2. Weltkriegs und auf Bestreben der amerikanischen Militärregierung – wurde im Rahmen des Aufbaus des Roten Kreuzes auch in Altötting/Neuötting von einigen engagierten Bürgern die Wasserwacht Ortsgruppe Altötting/Neuötting gegründet und damit der Grundstein für die Wasserwachtarbeit im Landkreis Altötting gelegt.

Am Anfang mussten die Altöttinger Wasserwachtler die Badeplätze des gesamten Landkreises betreuen. Im Laufe der Zeit gründeten sich im Landkreis Altötting sieben weitere Ortsgruppen, so dass die Ortsgruppe Altötting/Neuötting als Badeplatz nur noch das Freibad in Altötting zu beaufsichtigen hatte. Den Baggerweiher bei Neuötting, die sog. „Moll-Lacke“, den die Ortsgruppe bis 1998 als festen Badeweiher betreute, wurde von den Grundstückseigentümern leider als Badeplatz aufgelöst. Die Wasserwacht Altötting/Neuötting betreut dieses Gewässer nun noch im Rahmen der SEG-Arbeit. Die Grundlagen der Tauchausbildung erlernten unsere altgedienten Taucher bereits in den 60ger Jahren am Baggerweiher.

Das traditionelle Training am Montag fand in den Wintermonaten der Anfangszeit der Ortsgruppe sogar auch in Salzburg statt. Aufgrund der fehlenden Bäder im Landkreis musste auf diese Möglichkeiten ausgewichen werden. Weiterhin bestanden schon in dieser frühen Zeit gute Beziehungen zu vielen Ortsgruppen in ganz Bayern, hervorzuheben sind hier z.B. Kontakte zum Kreisverband Nürnberg. Geschuldet wurde dies den vielen Vergleichswettbewerben, an denen sich die Ortsgruppe seit Jahrzehnten beteiligt.

Nach einem ständigen Anstieg der Mitglieder- und auch Stundenzahlen konnte im Jahr 1995 unser großes Jubiläum zum 50ten Gründungsjubiläum gefeiert werden. Zusammen mit unserem „Geburtstag“ feiert auch die Kreiswasserwacht und der Bezirksverband Oberbayern dieses Jubiläum mit einem großen Festwochenende bei uns in Altötting. Ein festlicher Gottesdienst in der Basilika und ein grandioser Umzug mit über tausend Beteiligten aus ganz Bayern bildete einen tollen Rahmen für unser Fest.

Bereits 1989 konnten wir die Gründung einer eigenen Bambinigruppe vermelden. Aus anfangs 4 Mitgliedern und 3 Trainern wurden im Laufe der Zeit über 100 Bambinis und insgesamt weit über 30 Trainer. Die erfolgreiche Jugendarbeit zeigte sich bereits sehr früh mit regelmäßig sehr guten Ergebnissen auf Kreis-, Bezirks-, Landes- und Bundesebene. Der Gewinn der deutschen Meisterschaft im Rettungsschwimmen beim Bundeswettbewerb in Altötting 2005 war sicher einer der Höhepunkte.

Vielfältige Aufgaben hatte die Ortsgruppe im Laufe der Zeit absolviert. Zu nennen sind hier die regelmäßigen Fortbildungen, lustige kameradschaftliche Aktivitäten wie z.B. eigene Faschingsbälle in den siebziger Jahren und Faschingsdiscos in der heutigen Zeit, Arbeiten im Zusammenhang mit der SEG, vielschichtige Jugendaktivitäten, Teilnahme bei vielen weltlichen und kirchlichen Feiern in den Städten Alt- und Neuötting sowie tausende Stunden im Zusammenhang mit unserer Mittelbeschaffung wie z.B. Glückshafendienste und Haussammlungen.

Eine wesentliche Aufgabe der Altöttinger Wasserwachtler war immer schon unser Freibad in Altötting. Bereits im alten Bad, aber auch im neuen Freibad, das auch schon wieder einige Jahre auf dem Buckel hat, waren wir immer gefordert. Während im alten Bad das Wasser immer etwas kälter und grüner war, konnten wir im neuen Bad schon die Annehmlichkeiten eines modernen Freibades genießen. Im Laufe der Zeit stiegen nicht nur die Besucherzahlen deutlich an, auch unsere Aktivitäten wurden immer mehr. In der Spitze kamen wir im Freibad auf über 8.000 Wachstunden und auf bis zu 600 Erste-Hilfe-Leistungen pro Saison.

Durch eine solide Ausbildung und einer modernen Sanitätsausstattung konnten wir immer zum Wohle der Badegäste agieren und wurden auch von tödlichen Badeunfällen verschont. Im Laufe der Zeit konnten wir einigen tausend Kindern und Erwachsenen das Schwimmen beibringen. Die Ausrichtung der inoffiziellen Weltmeisterschaften im Speckbrettl’n (im Jahr 2009 bereits zum 26. mal) war auch immer mit der Wasserwacht verbunden. Weiter sind auch unsere Badfeste und Aktionen sehr gut besucht und ein Highlight im Veranstaltungskalender der Stadt Altötting.

Seit 1990 beteiligt sich die Ortsgruppe als eigene Schnelleinsatzgruppe (SEG) bei Einsätzen im gesamten Landkreis. Durch die erfolgreiche Ausbildung zum Rettungstaucher dreier Mitglieder wurde 1999 die Ortsgruppe Altötting/Neuötting zur SEG-Mitte benannt und auf eine eigene Alarmschleife („Piepser“) gelegt. Im Jahre 2001 kamen zwei weitere Rettungstaucher und drei Motorbootführer dazu. Somit war der Weg frei, sich als eigenständige Schnelleinsatzgruppe an Vermisstensuchen, Personen- und Sachbergungen sowie anderen Einsätzen auf Inn, Alz, Salzach und den jeweiligen Kanälen zu beteiligen. Am 23.12.2003 wurde unsere vielschichtige Ausrüstung mit einem eigenen Wasserrettungsfahrzeug komplettiert.

Im Jahr 2009 wurden ca. 21.000 Wach- und Einsatzstunden in der Ortsgruppe geleistet. Aufgrund des etwas besseren Sommers konnten im Jahr 2010 ca. 21.800 Wach- und Einsatzstunden in der Ortsgruppe geleistet werden.

Auch war im Jahr 2010 unsere Schnelleinsatzgruppe (SEG) bei 10 Einsätzen gefordert. Im Bereich der Jugendarbeit konnten insgesamt 4 Gruppenleiter der Ortsgruppe den Abschlusslehrgang für Jugend-Gruppenleiter besuchen, so dass die Ortsgruppe nun auf weitere 4 bestens ausgebildete Gruppenleiter zurückgreifen kann. Natürlich kamen im Jahr 2010 auch die Ausbildungen nicht zu kurz. Die Wasserwacht Ortsgruppe Altötting/Neuötting konnte eine EH-Ausbilderin, zwei Schwimm-Ausbilder und einen Rettungstaucher gewinnen.

Zurzeit zählt die Ortsgruppe etwa 400 Mitglieder. Hiervon werden ca. 60 als Rettungsschwimmer eingesetzt.

Trainiert wird im Sommer im Freibad St. Georgen/Altötting, das Wintertraining findet abwechselnd im Kreishallenbad Alt-/Neuötting sowie in unserem Wasserwachtraum im Kreisverband Altötting statt.